Belohnung nach dem Click?

Endlich, endlich eine Studie, die genau DAS untersucht hat: nach dem Click muss eine Belohnung erfolgen, wenn das Instrument der positiven Verstärkung nicht verpuffen soll:

Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien:

https://www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/presseinformationen/presseinformationen-2020/das-richtige-clickertraining-macht-bei-hunden-einen-klaren-unterschied/?fbclid=IwAR3h4arZC5Y2P-aNOObyc6A4XrqFG4wQzyMesbutuskIBCWmqRBIpHU7KQU

Was bedeutet das für den Trainingsalltag:

  • Den Clicker baut man nicht darüber ab, dass man nach dem Click nur noch unregelmässig belohnt, sondern in dem man systematisch die Click-Rate senkt.
  • Achtsamkeit nach dem Click – der Vierbeiner hat sich angestrengt, wir markieren und kündigen die Belohnung an. Das „oh, jetzt habe ich die Belohnung vergessen“ sollte spätestens nach dieser Studie tabu sein.
  • Auch nach einem „falschen Click“ hat der Vierbeiner ein Anrecht auf seine Belohnung.
  • Zitat aus der Studie:
    „Eine teilweise Belohnung verbessert nicht nur nicht die Wirksamkeit des Trainings, sondern ist auch mit einem negativ zu bewertenden affektiven Zustand verbunden.“

 

 

 

 

Vortrag Dr. Gansloßer am 13.10.2020

Juhu! Es hat geklappt! Herr Dr. Gansloßer besuchte uns am 13.10.2020 und hielt einen Vortrag zum Thema „Die Grenzen der positiven Verstärkung“.

Corona-bedingt trafen wir uns nicht im Vereinsheim sondern in einer Sportgaststätte weit im Süden von Nürnberg, der Gaststätte des SV Reichelsdorf. Hier durften wir den Saal, der im Normalzustand bis zu 120 Personen fasst, mit unseren 40 Teilnehmern belegen. Mundschutz, Handdesinfektion, Teilnehmerliste, Lüften … alles vorbildlich umgesetzt.

Nun aber zum eigentlichen Thema, dem Vortrag!

Die Ausbildung des Hundes mithilfe „positiver Verstärkung“ ist in aller Munde und wird bei uns im Verein schon viele Jahre in allen Sparten umgesetzt. Aber kann man diese Methode uneingeschränkt verwenden also z.B. auch über eine Trainingssituation im Sportbereich hinaus?

Zur Beantwortung dieser Frage klärte uns Herr Dr. Gansloßer in wissenschaftlicher Sichtweise über Begriffe wie Training/Erziehung – Kompetenzen/Fertigkeiten – Basis Beziehung – Gehorsam/Benimmsicherheit und deren weiterführenden Bedeutung auf. Gespickt mit Erkenntnissen aus aktuellen Studien, die teilweise konträr zu Erkenntnissen früherer Studien sind. Weiter wurden die Fragen beantwortet, ob und warum man Hunde überhaupt erziehen kann und welche unterschiedlichen Erziehungswege es gibt. Und was macht das Hormonsystem des Hundes, speziell die Stresshormone? Erziehung verläuft nicht immer stressfrei für alle Beteiligten! Methoden wie „Langzeit-Ignorieren“ sind nur körperlich gewaltfrei aber fatal für die Psyche des Hundes. Der 3-stündige Vortrag war gespickt mit Details, Fachbegriffen und Empfehlungen, die  bewährt schwungvoll und mit Humor vorgetragen wurden!

Wir sagen „Danke“ für den umfangreichen Input und freuen uns schon auf einen Vortrag zu einem neuen Thema im Jahr 2021!